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Informationen zum ASA (Acrylonitri-Styrene-Acrylate)

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ASA (Acryl-Styrol-Acrylnitril) hat einen sehr guten Glanz, seine natürliche Farbe ist grauweiß, aber auch andere sind verfügbar. Es hat gute chemische und thermische Stabilität und eine hohe Schlagfestigkeit bei niedrigen Temperaturen.
Es kann durch Ultraschall- oder Plattenschweißen gefügt oder mit Klebern aus Polyester, Epoxidharz, Isocyanat oder Nitrilphenol verklebt werden.
In ASA ist die Butadienkomponente (welche die schlechte UV-Beständigkeit des ABS mit sich bringt) durch Akrylesther ersetzt.

Herstellung

Die ASA-Pfropfcopolymere werden durch Copolymerisieren von Styrol und Acrylnitril unter Beifügung einer gepfropften Elastomerkomponente auf Acrylesterbasis hergestellt. Die Elastomerkomponente ist in Form sehr kleiner Partikel gleichmäßig im SAN-Gerüst verteilt und durch aufgepfropfte SANKetten damit verbunden.

Bei der Konfektionierung werden für die jeweilige Anwendung geeignete Additive in die Kunststoffmatrix eingearbeitet. Hier sind insbesondere UV-Stabilisatoren, Antioxidantien und Gleitmittel zu nennen.

Allgemeine Stoffbeschreibung

Die ASA-Pfropfpolymere werden wegen ihrer butadienfreien Elastomerkomponente vor allem zur Herstellung von Funktions- und Fertigteilen für Außenanwendungen verwendet. Ihre hervorragenden Eigenschaften sind:

• hohe Zähigkeit und Steifheit,

• hohe Thermostabilität,

• hoher Glanz,

• günstiges antielektrostatisches Verhalten,

• hohe Beständigkeit gegen Witterungseinflüsse, Alterung und Vergilben,

• hohe Chemikalienresistenz,

• problemlos verarbeitbar in einem breiten Temperaturbereich.

Zusatzstoffe

Die Funktions-Zusatzstoffe entsprechen grundsätzlich bei SB und ABS gebräuchlichen.

Lieferform

Naturfarbenes (gelblich-weißes) und farbiges Granulat. Unter ungünstigen Bedingungen aufgenommene Feuchtigkeit muss durch Vortrocknen entfernt werden.

Chemikalienbeständigkeit

ASA Thermoplaste sind bei Raumtemperatur beständig gegen den Angriff von gesättigten Kohlenwasserstoffen, aromatenarme Vergaserkraftstoffe und Mineralöle, pflanzliche und tierische Fette und Öle,Wasser, wässrige Salzlösungen sowie verdünnte Säuren und Laugen.

Konzentrierte Mineralsäuren, aromatische Kohlenwasserstoffe und Chlorkohlenwasserstoffe, Ester, Ether und Ketone greifen an. Die Beständigkeit wird durch das Einwirken von Wärme und mechanische Beanspruchungen beeinträchtigt.

Brennbarkeit

Die thermische Zersetzung der Formmasse beginnt bei Temperaturen > 350 °C, deren Selbstentzündung bei Temperaturen > 450 °C. Die ASA-Formmassen und Formstoffe sind nach DIN EC 707/VDE 0304 in die Stufen FH3 und BH3 einzuordnen.

Durchlässigkeit für Wasserdamp und Gase

Die an Schlauchfolien von 100 mm Dicke bei einer Temperatur von 20 °C gemessenen Durchlässigkeiten sind folgende:

Wasserdampf 30–34 g/m2d (n. DIN 53122, T.2, ISO 1195)

H2 50 cm3/m2d bar

N2 60–70 cm3/m2d bar

O2 150–180 cm3/m2d bar (n. DIN 53380) ISO 2556

CO2 6000–8000 cm3/m2d bar

CH4 100–110 cm3/m2d bar

Verarbeitung & Eigenschaften

ASA wird wie alle Styrol-Polymerisate zum überwiegenden Teil im Spritzguss, jedoch auch in Extrusion (Folien) verarbeitet. Heizelemnt- und rotationsreibschweißen sind möglich, weniger jedoch das Ultraschall- und Hochfrequenzschweißen.

ASA bildet hochwertige, glänzende und kratzfeste Oberflächen. Es kann auch transparent eingestellt werden. Durch Zusatz von Mattierungsmitteln oder Erzeugung größerer Acrylesterphasen können matte Oberflächen erreicht werden.

Die sehr gute chemische Beständigkeit ist aufgrund der höheren Polarität der Acrylesterkomponente im Vergleich zur Polybutadienkomponente bei ABS zu erklären. ASA zeigt eine sehr gute Beständigkeit gegenüber wässrigen Medien inkl. verdünnter Säuren/Alkalien sowie Waschlaugen und eine gute gegenüber Ölen/Fetten, Alkoholen und aliphatischen Kohlenwasserstoffen. Unbeständig ist ASA gegenüber vielen Estern, Ethern und Ketonen, bei deren Präsenz die Oberfläche anquellen bzw. Spannungsrisse ausbilden kann.

Verwendung

Die UV-beständig elastifizierten Pfropfcopolymere werden überall dort angewandt, wo es auf das mechanische Niveau eines SAN- bzw. SB-Materials ankommt, jedoch darüber hinaus erhöhte UV- und Thermostabilität verlangt werden. Beispiele sind:

In der Elektrotechnik: Telefonapparate, Schalterprogramme; Schalterprogramme für die Elektroinstallation; Gehäuse für Nähmaschinen, Dampfbügeleisen, Sprechfunkgeräte, Ventilatorverkleidungen, Abdeckhauben für Straßenbeleuchtungen, Wandhalter für Außenleuchten, Teile von Dachantennen. In der Haustechnik: Hinweisschilder für Gas, Wasser, Abwasser; Briefkästen, Lattenroste von Überlaufrinnen in Hallenbädern; heißwasserbeständige Abflussrohre und Fittings; Toilettenspülkästen, Küchenspülen, Lüftungsgitter für Mauerwerk; Abdeckungen von Unterflurheizungen, Kellerlichtschächte, Walzenhalterungen und Seitenteile für Rolladenkästen. Für Sport und Freizeit: Stühle, Sitzschalen, Stuhlverkleidungen; Bootsschalen, Segelsurfer,Segelsurferschwertkästen,Spielgeräte,Spielzeugeisenbahnen. Im Garten: Gartenstühle und -tische, Schlauchhalterungen, Systeme für Gartenbewässerungen, Teile für Gartengeräte, Rasenmähergehäuse, Gehäuse für Rasenkantenschneider, Blumenkästen. Im Fahrzeugbau]: Kühlergitter, Lufteinlaßgitter, Heckblenden, Rückleuchtengehäuse, Lkw-Außenspiegel, Windabweiser, Fensterrahmen für Wohnwagen.

Eigenschaften
Name Acrylonitri-Styrene-Acrylate
weitere Namen

ASA

Art des Polymers Copolymer
Kurzbeschreibung grauweisser Feststoff
Aggregatzustand fest

Dichte

1,06 g/cm³
Schmelzpunkt 265 °C
Glastemperatur ca. - 120°C
Elastizitätsmodul 1900–2700 MPa (DIN 53457)
Löslichkeit Konzentrierte Mineralsäuren, aromatische Kohlenwasserstoffe und Chlorkohlenwasserstoffe, Ester, Ether und Ketone greifen an
Zugfestigkeit 24 MPa

 

03.07.2017